10.03.2010
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Zeitgeschichte - 1474 - Die Ritter haben Finanzprobleme

Im Jahre 1474 erstatten nach einer Umfrage des Kurfürsten von Sachsen die sächsischen Ritter und Vögte Berichte über ihre Einnahmen und Ausgaben, die Höhe ihres Vermögens oder auch ihrer Schulden. Alle Befragten klagten darüber, dass die Einkünfte kaum die Kosten für die Wirtschaft- und Haushaltsführung decken würden.
Zum Beispiel berichtete der Ritter Hans von Honsperg, dass er mehr als ein Drittel seiner Ausgaben für die Löhne seiner Angestellten verwenden würde (Davon wurden insgesamt 21 Personen bezahlt: Knechte, Mägde, Käsmutter, Vogt, Schirrmeister, Koch, Kellner, Hirten, Torhüter und Schreiber.)
Der Bedarf der Ritter an Nahrungsmitteln wurde überwiegend aus der eigenen Landwirtschaft gedeckt. Da die sächsischen Ritter überwiegend Schafe züchteten, musste anderes Schlachtvieh, wie Rinder und Schweine gekauft werden.
Grosse Posten bei den Nahrungsmitteln waren: Hopfen, Brauholz, Gewürze, Honig, Salz, teure Importwaren (Feigen, Rosinen, Mandeln und Reis) und Fisch. Die hinzugekauften Lebensmittel umfassten ein Drittel der ritterlichen Ausgaben. Ein großer Posten von etwas unter einem Drittel wurde für die Kleidung des Ritters, der Ehefrau und der Kinder verwendet.
Den Restbetrag mussten die sächsischen Ritter für die steuerlichen Abgaben zum Beispiel an die Kirche und den Fürsten und eventuell aufgenommene Kredite verwenden. Nicht anders sah es nach weiteren Umfragen in den folgenden Jahren für andere Gebiete aus. Das Rittertum verarmte teilweise drastisch.

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